Wo und wie wollen wir unsere Vision verwirklichen?

Wohneinheiten so, wie die Menschen das brauchen mit Gemeinschaftsräumen, Gästezimmern, Bibliothek, Café, Kulturräumen, Kommunikationsräumen, Ruhezonen, Garten,...

Zusammenleben bedeutet, wir haben Räume, wo wir uns begegnen, aber auch Räume, in die wir uns zurückziehen können. Diese Ebenen von Nähe und Distanz sind beide wichtig, jedoch für jeden Menschen individuell verschieden. Was dem einen schon zu Nah ist, kann dem anderen noch zu unpersönlich oder abgeschieden sein. Auf diese verschiedenen Bedürfnisse wollen wir Rücksicht nehmen in der Form, dass jeder seinen individuellen Wohn- oder Rückzugsraum hat und ausreichend Begegnungsfelder. Einzelne Wohneinheiten, für sich abgeschlossen sind ebenso geplant wie evtl. auch, wenn gewünscht und Bedarf ist, größere Wohneinheiten, die denjenigen zur Verfügung stehen, die es näher haben wollen und eine engere Wohngemeinschaft bilden möchten. Gemeinschaftsräume in Form von Treffpunkt für Sitzungen, Plenum und dergleichen in Verbindung mit der Möglichkeit, dort gemeinsam zu kochen und zu feiern, als Begegnungsort, als Seminarort, Veranstaltungsraum, … sind uns sehr wichtig. Kommunikation muss jederzeit und für alle möglich sein, genauso auch für Gäste, Besucher oder Nutzer unserer Angebote in Nachbarschaft oder darüber hinaus.

Bewegung, Tanz, Musizieren sollen möglich sein in unseren Gebäuden, wir wünschen auch Räume, in denen Stille möglich ist, auch lernen, ebenso benötigen wir gemeinschaftliche Räume, um unsere Dinge miteinander zu teilen, evtl. gemeinsame Bibliothek, gemeinsame „Waschküche“, Kleiderkammer usw. Wunderschön wäre es, wir könnten auch orte schaffen, die über unsere eigenen Bedürfnisse hinaus gehen und noch mehr Leben ermöglichen und Kontaktmöglichkeit von Besuchern mit uns mit niedriger „Schwelle“, wie etwa ein Café als Begegnungsort (aber evtl auch als Einkommensquelle/Wirtschaftsbetrieb für einige Mitbewohner unserer Gruppe). Auch steht die Idee im Raum, wenn die Räumlichkeiten das erlauben, eine Art Hotel einzurichten, Gästezimmer. Mindestens jedoch möchten wir Gästezimmer haben für Besucher, für die privaten Besuche (Familie, Freunde) unserer Mitglieder, aber auch Gästezimmer für Seminarteilnehmer unserer Veranstaltungen.

Natürlich besteht der Wunsch nach einem Garten, nicht nur als Ruheoase, sondern auch als Ort von Gemüseanbau und dergleichen. Außerdem leben mit Sicherheit auch Kinder bei uns, die Platz für sich benötigen, um in der Natur zu sein und zu spielen.

^nach oben^
Einrichtungen für gemeinschaftliches Wirtschaften, z.B. zum Erwerb des Einkommens und Werkstätten

Geplant sind auf alle Fälle Werkstätten für Holz, Keramik, Gartenbau und dergleichen, da ja eines unserer Anliegen ist, Orientierungsmöglichkeiten für junge Menschen aufzubauen in Form von z.B. Seminaren. Hier findet die Weitergabe von Wissen und Fertigkeiten der Älteren an die Jüngeren statt. Hier wird z.B. auch all das hergestellt, was die Gemeinschaft benötigt, evtl. sogar schon während der Renovierungs- oder Bauphase. Hier kann auch produziert werden für den ein oder anderen der Gruppe als Erwerbsarbeitsmöglichkeit.

Es ist auch vorgesehen, genügend Raum zur künstlerischen Betätigung/Weiterbildung zur Verfügung zu haben.

Je nachdem, wer in unserer Gruppe leben wird, kann es erwünscht sein, Praxisräume oder dergleichen zu haben, sollten Menschen mit Therapeutischen Berufen bei uns ihren Lebensmittelpunkt aufbauen wollen. Deshalb wünschen wir uns, dass der Ort, an dem wir uns niederlassen oder an dem wir beginnen, Entwicklungsmöglichkeiten bietet für das was sich dort entwickeln will.

^nach oben^
Organisation in Selbstverwaltung, mit Plenum (evtl. 14-tägig) und Gremien (evtl. wöchentlich), wir wollen unsere Entscheidungen im Konsens finden

Wir wollen unser Leben, Wohnen, Arbeiten selbst organisieren und selbstbestimmt leben im Blick auf das Gemeinwohl der Gruppe. Individuelle Zufriedenheit und gemeinsame Zufriedenheit sind keine Gegensätze sondern können einander bedingen. Das ist für uns alle neu und wir werden es üben, so lange, bis wir es können. Konflikte wollen wir anders lösen als mit Machtausübung, Unterdrückung, Parteilichkeiten, „Abstimmung mit den Füßen“ oder Machtausübung durch Mehrheit (im Allgemeinen Demokratie genannt).

Gute Kommunikation ist dabei die nötigste Grundlage, auch dieses will gelernt sein. Kommunikation, die frei ist von Gewalt, sind wir nicht gewohnt. Nur diese aber kann dazu dienen, uns gegenseitig menschengemäß zu informieren und uns untereinander auszutauschen, die Unterschiede „auszuhalten“ und zu tolerieren oder sogar als Gewinn zu erkennen, nur gewaltfreie, also friedfertige Kommunikation wird uns ermöglichen, Entscheidungen im Konsens zu finden.

Konsens, darunter verstehen wir, dass alle in Entscheidungen involvierten Menschen so lange miteinander sprechen und die Dinge ausformulieren, bis ein jeder das Ergebnis mittragen kann (was nicht bedeutet, dass ein jeder alles gut finden muss). Es muss auch keine Einigung entstehen ( im Sinne von „kleinster gemeinsamer Nenner“), es soll eine Gemeinsame Entscheidung geben. So kann es bei solchen Entscheidungen auch geschehen, dass einer einem Vorschlag zustimmt, obwohl er selbst es so nicht machen würde, aber er erkennt, dass dies für andere jetzt so wichtig ist. Transparenz ist wichtig und der Blick auf die Gesamte Gemeinschaft, die durch Entscheidungen nicht eingeschränkt oder behindert werden darf.

Wir möchten uns an einen gegenseitigen Umgang gewöhnen der getragen ist von Wertschätzung und Respekt und dem Anerkennen von Vielfalt/Verschiedenheit aller Wesen. Dazu gehört auch, dass wir gewohnte Selbstverständlichkeiten hinterfragen (der Lauteste redet immer am längsten...) und dass wir Eigenverantwortung haben für unser Verhalten und unsere Weiterentwicklung hin zu unseren angestrebten Grundsätzen.

^nach oben^